Blickwinkel „Risikoanalyse“
Heute liegt der Blickwinkel auf dem Wort „Risikoanalyse“. Das Wort macht deutlich, dass es um wirklich Wichtiges geht. Im Sprachgebrauch kennen wir die Redewendung „Ich gehe ein Risiko ein, wenn ich…“.
In der Risikoanalyse geht es darum, im Vorwege festzustellen oder herauszufinden, welche Situationen nicht unbefangen sein könnten und dann entsprechend die Rahmenbedingungen anzupassen, damit der Raum oder die Situation angstfrei gestaltet werden kann. Es geht darum Entfaltungsräume, Begegnungsräume, Gebetsräume (im realen und übertragenen Sinn), und vieles mehr so zu gestalten, dass Kinder, Jugendliche und Erwachse-Schutzbefohlene sich frei und sicher fühlen. Beim Lesen des ganzen Abschnitts vier des Schutzkonzeptes unserer Pfarrei (von S. 12 bis 19) kommt immer wieder das Wort der Kommunikation vor. Eine achtsame, wertschätzende, respektvolle und offene Kommunikation ermöglicht auch bei kontroversen Debatten, und in kontroversen Situationen eine Möglichkeit zusammen zu bleiben und gemeinsam an der Lösung zu arbeiten. Im Alltag erlebe ich dies oftmals als anstrengend, weil es von den Menschen verlangt, persönliche Bedürfnisse so einzubringen, dass andere sich nicht verletzt oder abgewertet fühlen.
Eine gute Weise gemeinsam zu wirken, braucht Gesprächsräume, das meint Zeiten nicht nur für Beratung, sondern auch für persönliche Begegnung. Dann wird es möglich einander zu verstehen, um gemeinsame Werte zu wissen, verletzliche Punkte zu kennen und in Verschiedenheit zusammen zu wirken. Eine solche gestaltete Kommunikation hat Auswirkungen auf unsere Arbeit. Hier besonders im Blick auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Es werden viele Beispiele in dem vierten Abschnitt benannt, in denen es um die konkrete Gestaltung einer Freizeit, eines Angebot oder einer Aktion geht. Wichtige Stichworte sind hier noch einmal herausgehoben:
- Die klare Rollenklärung ermöglicht es sich einzubringen, zu wissen bis wohin die eigene Aufgabe geht und an welcher Stelle andere mitwirken oder übernehmen. Hierbei ist immer wieder die Frage nach Machtverhältnissen und Abhängigkeiten zu prüfen.
- Es geht um den Schutz der Privatsphäre, für die es in erster Linie eine gute Kommunikation braucht.


